Ein Armutszeugnis für die FIFA…

Category: Fussball

Übertriebene gelbe und rote Karten, Abseitstore und Tore, die nicht gegeben werden. Bei der WM 2010 gibt es kaum noch einen Schiedsrichter, der nicht durch Fehlentscheidungen aufgefallen ist. Jorge Larrionda und sein Assistent Mauricio Espinosa waren vermutlich die einzigen beim Achtelfinale Deutschland gegen England, die den Schuss von Frank Lampard nicht hinter der Torlinie gesehen haben. Beim Spiel Argentinien gegen Mexiko stand Carlos Tevez meterweit im Abseits. Das Gespann um Schiedsrichter Rosetti gab den Treffer dennoch. Selten wurden bei einem so wichtigen Turnier so viele Spiele von den Schiedsrichtern beeinflusst. Wenn solche Fehlentscheidung zu Phasen fallen, in der eine Mannschaft bereits deutlich vorne liegt, kann man das als Fan sicher noch verkraften. Wenn die Fehlentscheidung aber den Ausgleich verhindert oder das Führungstor bedeutet, dann ist das nicht nur bitter, sondern auch wettbewerbsverzehrend. An der Stelle ist es dann auch zu einfach, zu behaupten, dass die Spiele dann eben mit einem (Gegen)-Tor mehr oder weniger ausgegangen wären, dies aber nichts am Weiterkommen der jeweiligen Mannschaft geändert hätte. Interessant wäre es in jedem Fall gewesen, dass bei den Spielen herauszufinden. Schade, dass wir darum beraubt wurden.

Aber ist es wirklich der Anspruch der FIFA, die Schiedsrichter nach fast jedem Spiel mit einer eigenen Homestory in die Boulevard-Presse zu bringen, obwohl sie eigentlich nicht im Fokus stehen sollten? Ist es wirklich gewollt, dass nicht mehr die Leistung der Mannschaft im Vordergrund steht, sondern am Ende die Mannschaft gewinnt, die am wenigstens Pech mit den Schiedsrichtern hatte? Neuseelands Kapitän Ryan Nelsen brachte die Situation auf den Punkt: „Wenn das die besten Schiedsrichter sind, die die Fifa zu bieten hat, will ich die schlechtesten nicht sehen.“ Was kann die FIFA also tun, um ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen? Müssen sie endlich ihre sture Haltung ablegen und technische Hilfsmittel zu lassen? Der Fussball wird immer schneller und die Aufgabe für das menschliche Auge dadurch nicht einfacher. Wäre es da nicht an der Zeit, über den Videobeweis nachzudenken? Man mag kaum hoffen, hat sich das internationale Board des Weltverbandes doch erst Anfang 2010 nochmals vehement dagegen ausgesprochen und stattdessen einen weiteren Schiedsrichter hinter das Tor gestellt. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in neuen Dimensionen – Ein Armutszeugnis für den Weltverband.

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