Boateng tritt Ballack kaputt – Aber was war da mit Ribery?!

Der Aufschrei nach dem Foul an DFB-Kapitän Michael Ballack und dessen Ausfall für die WM in Südafrika ist groß und richtet sich vor allem gegen Kevin-Prince Boateng, der Michael Ballack im FA-Cup-Finale folgenschwer gefoult hatte. In fast allen Netzwerken, Foren und Chatrooms wird gegen Boateng Stimmung gemacht und auch Deutschlands beliebteste Boulevardzeitung hält sich mit ihrer Meinungsbildung nicht zurück. Unbestritten ist sicherlich, das Kevin-Prince Boateng Michael Ballack foult und dieses Foul zum WM-Aus geführt hat.

Genauso unbestritten ist aber auch, dass Ballack gerade am Sprunggelenk verletztungsanfällig ist und Boateng mit seiner Vergangenheit ein perfekter Sündenbock ist. Entschuldigungen wie: "Ich kam zu spät...das war keine Absicht" zählen an dieser Stelle nicht. Kurios ist das vor allem, weil man vor nicht mal einem Monat für ein fast identisches Foul von Franck Ribery an Lisandro Lopez den Freispruch für eben diesen "Treter" forderte. Die selbe Boulevardzeitung, die Kevin-Prince Boateng nun als "Brutalo-Treter" betitelt, versuchte in den letzten Wochen noch medialen Einfluss auf die UEFA zu nehmen, um Ribery doch noch am so wichtige Champions-Leaque-Finale teilnehmen zu lassen.

Die Macht der Medien ist an dieser Stelle beängstigend und fazinierend zugleich;)). Das selbe Foul wird unterschiedlich bewertet, weil im Falle Riberys, die Bänder von Lisandro Lopez gehalten haben, während sie im Falle Ballacks in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen, weil es den National-Elf Kapitän getroffen hat? Weil Boateng mit seiner Vorgeschichte und seinem Einsatz für Ghana gegen Deutschland in der Vorrunde als Sündenbock genau ins BILD passt? Weil sich Lisandro Lopez beim Foul von Ribery nicht verletzt hat und das Foul demnach gar nicht so schlimm gewesen sein kann?

Zwei identische Fouls - zwei unterschiedliche Wahrnehmungen in den Medien