... und löst damit eine Debatte über den Grundversorgungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aus.
Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ZDF zeigt ab 2012 18 Champions Leaque Spiele und sticht damit den privaten Sender Sat1 aus. Nach Angaben des Fachmagazins „Sponsors“ zahlt das ZDF dafür rund 54 Millionen Euro pro Jahr (und somit 14 Millionen mehr als Sat1 geboten hatte).
Die Frage, die sich viele GEZ-Zahler stellen, ist ob hier sinnlos Rundfunkgebühren verschwendet werden. Ändert sich für den Zuschauer doch eher wenig. Er muss lediglich einen anderen Sender anwählen und bekommt anstatt Werbung, Sponsoring eingeblendet.
"Es ist faszinierend, wie das ZDF in Zeiten, in denen die Gesellschaft eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit Gebühren fordert, das Geld mit vollen Händen rauswirft, um etwas anzubieten, was der Zuschauer längst hatte" so Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL. Die Übertragung der Champions Leaque Spiele im Free-TV hätte Sat1 abgedeckt, somit bestand für das ZDF keine Notwendigkeit den Preis unnötig in die Höhe zu treiben. Letztlich werden mit den Einnahmen der TV-Übertragung lediglich die eh schon hohen Spielergehälter refinanziert.
Um dabei das ab 2013 geltende Sponsoring-Verbot nach 20.00 Uhr zu umgehen, will das ZDF mit der Berichterstattung bereits ab 19.20 Uhr beginnen. Bezweifelt werden darf hier, ob derlei Umgehungen noch im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrages sind.
„Das ZDF beruft sich in solchen Fällen gern auf die Grundversorgung, aber die muss es bei der Übertragung der Champions League gar nicht gewährleisten. Die Grundversorgung ist schon dann erfüllt, wenn die Champions League irgendwo im Free-TV – wie zum Beispiel bisher bei Sat.1 – gezeigt wird“, sagte Medienexperte Jo Groebel.